Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz" (SIGA)

Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines Controlling-Verfahrens für den integrierten Arbeits- und Gesundheitsschutz unter besonderer Berücksichtigung "verhaltensbedingter" Unfälle

Projektnummer: VMBG - 5

Abschlussdatum: ./.

Projektleiter:
PD Dr. H.-Peter Musahl

Zuständig
VMBG


Thema:
Es handelt sich um den Einstieg in ein partizipatives Störungsmanagement zur Förderung der Kompetenzen der Mitarbeiter im Arbeits- und Gesundheitsschutz.



Anlass:
"Verhaltensbedingte Unfälle" in Betrieben.



Ziel:

Es soll ein alternativer Sicherheitswettbewerb auf Grundlage der aktiven Sicherheitsarbeit der Mitarbeiter entwickelt und erprobt werden. Kriterium für die besten Teilnehmer ist hierbei nicht wie üblich nur die absolute Zahl der Unfälle oder die Unfallhäufigkeit, sondern der Grad der aktiven Sicherheitsarbeit.


Methodik:
Es soll ein Arbeitsschutzprogramm weiterentwickelt, in einem komplexen betrieblichen Umfeld erprobt und evaluiert werden, welches Mitarbeiter und Vorgesetzte zur partizipativen Sicherheits- und Gesundheitsarbeit aktiviert. Aufgrund der integrativen Konzeption erfüllt das Programm grundlegende Anforderungen an ein Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS).Dabei dient die Kooperation zwischen Praxis und Wissenschaft drei Zielen: Ein erfolgreiches Arbeitsschutzprogramm soll, aufgrund positiven Studien in anderen Wirtschaftsbereichen, für den Bereich der Metallindustrie systematisch adaptiert werden. Dabei werden - über den bisherigen Programmumfang hinaus - in gemeinsamer Arbeit neue Komponenten hinzugefügt:

a) Leitfaden mit praxisrelevanten "Grundlagen der Psychologie im Arbeitsschutz",
b) Entwicklung eines Pflichtenhefts für eine entsprechende Arbeitsschutzsoftware,
c) Erprobung eines alternativen Sicherheitswettbewerbs und
d) Implementation eines für die betriebliche Praxias tauglichen Evaluationsverfahrens.



Das Arbeitsschutzprogramm fördert die aktive Gesundheitsschutzarbeit durch deren expliziete Einbeziehung in die Sicherheitsarbeit in Kleingruppen. Hierzu werden die anonymisierten Krankheitsdaten betriebsbezogen ausgewertet, um die tatsächlichen arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren betriebsnah spezifizieren zu können. Die Auswirkungen der Kleingruppenarbeit auf die Gesundheitsdaten sowie auf entsprechende Programme der Gesundheitsförderung im Sinne des § 20 (2) SGB V werden entsprechend evaluiert.

Diese Arbeiten werden bei KTN als beispielhaftem Großunternehmen mit hohem Sicherheitsniveau, bei dem derzeit etwa 75% der Unfälle als "verhaltensbedingt" gelten, entwickelt, eingeführt und evaluiert. Auf diese Weise kann die sachlich-fachliche Kompetenz eines Metallunternehmens für das Gesamtvorhaben genutzt werden. Zugleich erlaubt die Programmdurchführung in jeweils personell und organisatorisch eng umgrenzten Betriebsbereichen die Übertragung der Ergebnisse auch auf andere Bereiche.

Urheber:
PD Dr. H.-Peter Musahl

Forschungsinstitute:
Gerhard Mercator Universität
Duisburg
FB 2 / Methodologie & Arbeitspsychologie
Forschungsgruppe Sytemmanagement

Kooperationspartner:
Krupp Thyssen Nirosta GmbH

Finanzierung
Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften, Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, ThyssenKrupp Nirosta GmbH, Novitas Vereinigte BKK

Ergebnisse
Das Forschungsvorhaben wurde im Dezember 2003 beendet. Der abschließende Bericht steht seit August 2006 zur Verfügung.